the boring stuff – was es mit der Blende auf sich hat

Die Sache mit der Blende

Bevor wir in die spannenden Themen zur Fotografie einsteigen müssen wir zunächst einige Grundlagen klären. Ich beschränke mich hier auf das notwendigste, wir wollen ja zügig zu den Themen kommen, die Spaß machen.

Im Artikel „die sechs Grundelemente der Fotografie“ habe ich den Punkt mit der Blende kurz angerissen.  

Wie ist das nun, die

Sache mit der Blende:

Als Blende bezeichnen wir zunächst nur mal das Loch, durch das das Licht in die Kamera kommt. Bei Objektiven für Spiegelreflexkameras ist die Blende variabel, das bedeutet, wir können sie öffnen und schließen. Eine Ausnahme sind sogenannte Spiegelobjektive, die bedingt durch ihre Bauart eine fixe Blende haben. Diese Objektive spielen praktisch aber keine große Rolle.

Durch das Öffnen und Schließen der Blende bestimmen wir zunächst einmal, wie viel Licht durch das Objektiv auf den Film / Sensor fällt (welche Bildwirkung durch das Öffnen bzw. Schließen erzielt werden kann erfahrt Ihr hier). Dabei gilt: großes Loch = viel Licht… den Rest könnt Ihr Euch denken.

Der sogenannte Blendenwert wird auch mit dem Buchstaben„f“ angegeben. f8 bedeutet also Blendenwert 8. Dieser Wert ist kein absoluter, sondern ein relativer. Er ergibt sich aus dem Verhältnis von Brennweite (was die Brennweite genau ist, kommt, wenn es um die Optik geht – irgendwo muss ich ja anfangen :)) zu Öffnungsweite.
Ein Objektiv, dessen Brennweite gleich der Öffnungsweite entspricht, hat also den Blendenwert 1 oder f1. Folglich hat ein Objektiv mit der Brennweite von 50 mm und einer Anfangsöffnung – das ist die maximale Öffnung des Blendenrings – von f1 eine maximale Öffnung 50 mm Durchmesser.
Daraus schließen wir messerscharf: Ein Objektiv mit einer Brennweite von 100 mm und einer maximalen Öffnung des Blendenrings von 50 mm hat eine maximalen Blendenwert von f2.

Was bedeutet die Zahlenreihe?

Auf alten Objektiven sind Zahlenreihen in den folgenden Abstufungen aufgedruckt (hier erläutert an meinem alten Pentax-Objektiv für analoge Spiegelreflexkameras):

Blende

(1, 1.4), 2, 2.8, 4, 5.6, 8, 11, 16, 22…

Hier seht Ihr wie sich die Blende verändert, wenn der Blendenwert verändert wird:

Blende vollständig geöffnet

Blende 8

Belichtungszeit Blende 22

Die Abstände sind so gewählt, dass sich die Menge des Lichts, das durch die Blende kommt von einer Blendenstufe zur anderen jeweils verdoppelt bzw. halbiert. Das bedeutet, dass bei einer Blende von f4 doppelt so viel Licht durch die Blende dringt wie bei einer Blende f5,6.
Die Zahlenwerte sind übrigens nicht zufällig gewählt, sondern ergeben sich durch die Multiplikation der Blendenwerte mit der Wurzel aus 2, (was ungefähr 1,4 entspricht). Die Werte sind natürlich gerundet, aber jetzt versteht Ihr, woher die komischen Werte kommen. Für die Mathematiker unter Euch: 1 : \sqrt{2} \approx 1 : 1{,}4

Die maximale Öffnung des Objektivs bezeichnen wir auch als die Lichtstärke. Dieser Begriff der Lichtstärke wird uns in Zukunft begleiten.

Wie wir weiter oben gelernt haben, ist ein Objektiv also ums so lichtstärker, je größer seine Anfangsöffnung ist, also je KLEINER der Blendenwert ist.

Soviel zur Theorie, was hinter den Blendenwerten steckt.

Was genau mit der Belichtung passiert, wenn Ihr auf- oder abblendet seht Ihr hier:

 

Blende 8 - korrekte Belichtung

Blende 8 – korrekte Belichtung
Blende 11 - eine Blende unterbelichtet

Blende 11 – eine Blende unterbelichtet

Blende 16 - zwei Blenden unterbelichtet

Blende 16 – zwei Blenden unterbelichtet
Blende 22 - drei Blenden unterbelichtet

Blende 22 – drei Blenden unterbelichtet

Blende 5,6 - eine Blende überbelichtet

Blende 5,6 – eine Blende überbelichtet

Blende 4 - zwei Blenden überbelichtet

Blende 4 – zwei Blenden überbelichtet

Blende 2,8 - drei Blenden überbelichtet

Blende 2,8 – drei Blenden überbelichtet

Blende 2 - fast vier Blenden überbelichtet

Blende 2 – fast vier Blenden überbelichtet

Wenn Ihr es nicht glaubt, probiert es aus!

In diesem Sinne

capture the moment

Alexander

 

 

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