Wie du nie mehr verwackelte Bilder produziert

Ihr habe es Euch sicherlich schon gedacht, im heutigen Thema geht es um die

Belichtungszeit

Genauer gesagt ist das der erst Teil mit einer kleinen theoretischen Einführung.

Unter der Belichtungszeit verstehen wir die Zeitdauer, in der der Verschluss unserer Kamera geöffnet ist. Das ist logischerweise die Zeitspanne, in der das Licht auf unseren Film bzw. unseren Sensor fallt.

Auf diesem Foto seht Ihr die Belichtungszeiten, die uns üblicherweise zur Verfügung stehen. Die „1“ steht für eine Sekunde. Das bedeutet, in dieser Einstellung bleibt der Verschluss der Kamera eine Sekunde offen, bevor er sich wieder schließt. Die „2“ bedeutet nicht zwei Sekunden sonder 1/2 Sekunde, also genau halb so lang. Dann kommt 1/4, 1/8, 1/15 usw. bis zur kürzesten Verschlusszeit. Bei dieser alten, manuellen und analogen Kamera waren es 1/2000 Sekunde, moderne digitale Spiegelreflexkameras schaffen bis zu 1/8000.

Belichtungszeit

 

Euch ist natürlich aufgefallen, dass sich von einer Stufe zur nächsten die Belichtungszeit immer halbiert bzw. verdoppelt.

Jetzt sagt ihr – völlig zu Recht – Moment mal. Das mit dem Halbieren bzw. Verdoppeln hatten wir doch schon im Beitrag über die Blende! Genau!
Die Kombination aus Belichtungszeit und Blende ergibt einen Belichtungswert. Wenn ich einen Wert, z. B. die Blende um einen Wert verändere, muss ich den anderen Wert – jetzt die Belichtungszeit – um den gleichen Wert in die andere Richtung ändern um die Belichtung beizubehalten. So einfach ist das und viel mehr gibt es zu der Kombination aus Zeit und Blende an dieser Stelle nicht zu sagen.

Aber welche Belichtungszeit soll ich jetzt nehmen?

Die Antwort: das kommt ganz darauf an! Ich möchte Euch für den Anfang den ersten praktischen Tipp mitgeben, Denn die ganze Theorie hilf nichts, wenn nicht wisst, was Ihr damit anfangen könnt.

Theroetisch könnt Ihr eine x-beliebige Belichtungszeit auswählen, die passende Blende suchen (oder durch die Automatik einstellen lassen) und loslegen.
Das erste Problem, das Euch eventuell begegnet ist, dass die Bilder unscharf weil verwackelt sind. Das passiert immer dann, wenn die Kamera bewegt wird, wenn der Verschluss der Kamer offen ist. Das habt Ihr alle schon gesehen.

Nun, wie kann ich das vermeiden?

  • Möglichkeit eins: Ich schraube die Kamera auf ein Stativ (das ich in diesem Augenblick natürlich nicht dabei habe),
  • Möglichkeit zwei: Ich stütze mich irgendwo ab; das kann in Grenzen gutgehen.
  • Und drittens: Ich wähle die Belichtungszeit so kurz, dass meine Wackelbewegung so gering ist, dass sie nicht sichtbar ist.

Aber wie kurz ist kurz genug? In den „alten Tagen“ der Fotografie gab es die Regel, dass man aus der Hand etwa die Belichtungszeit halten kann, die der Brennweite des Objektivs entspricht. Das bedeutet, mit einem 50 mm Objektiv ca. 1/50 Sekunde (also 1/60, 1/50 gab es nicht früher nicht). Bei einem 100 mm Objektiv war man mit 1/125 Sekunde auf der sicheren Seite usw. Das Prinzip habt Ihr kapiert, denke ich.

Was hat sich mit dem Aufkommen der modernen digitalen Spiegelreflexkameras geändert?

 

Einiges. Die oben beschriebene Faustformel galt und gilt für das Kleinbildformat (36 mm). Die meisten digitalen Spiegelreflexkameras haben einen sogenannten APS-C-Sensor, der kleiner ist als 36 mm. Bei Canon ist der Sensor i.d.R um den Faktor 1,6 kleiner. Welche Auswirkungen dies hat, erkläre ich in einem späteren Artikel. Hier nur so viel: Durch den kleineren Sensor verlängert sich die Brennweite um den gleichen Faktor, hier also um 1,6. So wird aus unserem 50 mm-Standard-Objektiv plötzlich ein 80 mm -Tele-Objektiv! Folglich müssen wir dies auch bei der Belichtungszeit berücksichtigen.
Wer ein ruhiges Händchen hat, kann mit einem 50 mm-Objektiv noch brauchbare Aufnahmen mit 1/60 Sekunde machen, wer eher den „Datterich“ hat, der ist mit 1/125 Sekunde besser bedient.

Wir merken uns hier also: „Freihand“ schafft man das ca. 1,5-fache der Objektivbrennweite. Wenn Ihr eine Canon 1D,  5D oder 6D besitzt (für Nikons Profi-Kameras gilt das ebenso), dann gilt die alte Regel. Diese Kameras haben nämlich einen sogenannten Vollformat-Sensor, also die guten alten 36mm.

Probiert es aus, spielt mit verschiedenen Belichtungszeiten und schaut, was passiert.
Schreibt mir Eure Erfahrungen in die Kommentare – ich freue mich auf darauf.

capture the moment

Alexander

 

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